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01.VI.2010 Schweizer Nationalbank verheizt abermals Milliarden

Es ist wirklich haarsträubend. Als ob es nicht reicht, daß die Schweizer Nationalbank schon Milliarden an Volksvermögen verheizt hatte, als sie das Schweizer Gold zu historischen Tiefstpreisen verkaufte (Araber, Russen und Chinesen kauften gleichzeitig Gold wie wild, vgl. Verweis unten)

Anstatt nun den Euro mit seinen Problemen alleine zu lassen, mischelt die Schweizer Nationalbank munter mit. Dabei haben die Schweizer Stimmbürger doch entschieden, daß sie nicht am Euro teilnehmen wollen und eben die jetzt auftretenden Risiken der Euro-Krise nicht mittragen wollen bzw. bezahlen wollen.

Weitere Deviseninterventionen der SNB sollen nun verhindern, daß sich mit einem stärkeren Franken die Schweizer Exporte verteuern.

Sollte der Euro an Stabilität verlieren, würde sich dies laut SNB-Chef Hildebrand zwangsweise negativ auf die Schweizer Export-Wirtschaft auswirken, warnt der Notenbankchef der Schweiz. Natürlich stimmt das.

- Warum aber kein Wort davon, daß die Schweizer Wirtschaft dafür Produkte günstig importieren kann. Natürlich leiden einige Firmen. Andere aber profitieren massiv.

- Warum kein Wort davon, daß viele Konzerne wie Nestlé überhaupt nicht betroffen sind, weil sie ohnedies international aufgestellt sind? Der Nestlé-Chef äußert dazu: “Bleibt der Euro langfristig unter 1,45 Franken, sind wir konzernintern nicht mehr konkurrenzfähig, Nescafé etwa wird auch andernorts produziert.” Wir fragen: Ja und? Davon geht die Schweiz nicht unter. Als ob der internationale Großkonzern Nestlé nicht schon seit Jahrzehnten überall dort auf der Welt produziert, wo es am billigsten ist. Und ob man wirklich glauben soll, daß Nestlé freiwillig auf sein “Swissness”-Etikett bei Nescafe verzichten will?

- Und: Wenn eine starke Währung so schlecht ist, warum will dann denn nicht jedes Land der Welt eine schwache Währung?

Philipp Hildebrand aber bleibt trotzig: Die Nationalbank werde einer übermäßigen Aufwertung des Franken “entschieden entgegen wirken»” so der umstrittene SNB-Chef zu der seit Monaten gültige Parole der Währungshüter an die Finanzmärkte.

Allerdings türmten sich in den Büchern der SNB allein im ersten Quartal bereits 56,4 Mrd. Euro, nach 37 Mrd. allein Ende 2009.

Der linksgerichtete Tagesanzeiger titelt “Schlapper Euro, starker Franken: Nationalbank rennt gegen Wand” und schreibt ernüchternd: “Warum die SNB keine Chance hat”:

Um den Franken zu schwächen, versucht die SNB aber trotzdem, mehr Schweizer Geld in Umlauf zu bringen, aber nicht mit der Druckerpresse, sondern mit Interventionen an den Devisenmärkten: Sie kauft Euro und verkauft Franken, d.h.: Sie nimmt Euros aus dem Verkehr und ersetzt sie mit Schweizer Franken. Dieser Mechanismus hat jedoch eine beschränkte Wirkung. Die SNB hat letztlich keine Chance, allein mit diesen Interventionen den Franken nachhaltig zu schwächen.

Der gesunde Staatshaushalt der Schweiz wird aber Schweizer Franken-Käufer zuhauf anziehen.

Die Welt-Anleger reißen sich um den Franken als sichere Währung, die trotz der Goldverkäufe der SNB immer noch – und dies ist kaum bekannt – als eine der wenigen (oder als einzige) Währung mit Gold gedeckt ist.

Die SNB kann wie wild Euros kaufen und versuchen, den Euro damit zu unterstützen. Es wird mißlingen. Gegen die internationale Finanzwirtschaft kann man sich nicht stemmen. Am Schluß wird nur eins herauskommen: Daß die Schweiz wieder einmal Milliarden an Volksvermögen verschleudert hat, indem sie die Bürger – ohne, daß sie es mitbekommen – hinterrücks am Desaster der EU finanziell beteiligt hat.

Das Gegen-die-Wand-rennen der SNB bringt daher gar nichts. Man kann sich nicht gegen die Märkte stemmen. Dies mußte schon Nick Leeson erfahren.

Was wird am Schluß rauskomme? Die SNB hat massenhaft Euros gekauft, was sie schon seit Jahren tut, weil sie ja sogerne will, daß Euro und Franken so gut wie gleich laufen. Am Schluß sitzt die Schweiz auf Abermilliarden von wertlosen Euros, die massiv weniger wert sind als zu den Kaufzeitpunkten der letzten Jahre.

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06.05.2017, 16:20
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