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19.VII.2011 - Bundesrat: Lageanalyse zur Schweizer Franken-Stärke

Der EU-phile schweizer Bundesrat lamentiert über die aktuelle Schweizer Franken-Entwicklung, als ob eine starke, gefragte Währung etwas Schlechtes wäre.

Anstatt einmal festzustellen, daß all die Behauptungen, die Schweiz würde untergehen, der Schweizer Franken hätte alleine keine Chance, zu bestehen, die anläßlich der Volksabstimmung über eine Euro-Teilnahme der Schweiz von den EU-Turbos verbreitet wurden, sich aktuell mehr als nur ins Gegenteil kehren.

Klar sind Exporte schwieriger bei einer harten Währung, aber dafür ja Import umso billiger. Also: Was soll das Geschrei?

Der Franken steigt zusammen mit dem Goldpreis. Das ist doch Grund zur Freude!

Es fragt sich:

Wenn eine starke Währung so etwas Schlechtes wäre: Dann müßten sich doch alle um eine schwache Währung reißen? Die EU müßte sich über den Niedergang des Euro freuen. Also: Was soll das Lamentieren des Schweizer Bundesrates über die SFr-Stärke? Exporte werden teurer, ja. Aber Importe dafür ja auch billiger, oder?

Wörtlich heißt es in einer aktuellen Mitteilung (bereinigt um Rechtschreibfehler):

Der Bundesrat hat sich an seiner heutigen Telefonkonferenz mit dem anhaltenden Wertanstieg des Schweizer Frankens befaßt. An seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte der Bundesrat beschlossen, sich während dem Sommer regelmäßig mit den Folgen der Frankenstärke auseinanderzusetzen.

Der Bundesrat nimmt die wachsende Belastung von Exportindustrie, Detailhandel, Schweizer KMU und Tourismus ernst und beurteilt laufend die aktuelle Lage. Sofortmassnahmen wurden heute keine beschlossen, da mögliche Massnahmen nicht zielführend wirken.

Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann informierte den Bundesrat über die jüngsten konjunkturellen Entwicklungen in der Schweiz. Einzelne Konjunkturindikatoren zeigten in den letzten Wochen (Monat Juni) Schwächesignale.

Diese dürften insbesondere durch die schwierige Währungssituation für die Exportwirtschaft entstanden sein. Sollte sich der Aufwertungsdruck auf den Franken noch weiter verstärken, so muß mit einer stärkeren Abschwächung des Wirtschaftswachstums gerechnet werden.

Die Unsicherheiten bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise haben dazu geführt, daß der Wechselkurs Franken-Euro einen neuen Tiefststand erreicht hat, weil sich die europäischen Staatschefs noch nicht auf eine Lösung für Griechenland einigen konnten.

Erste Abklärungen des EVD im vergangenen Juni hatten gezeigt, daß die aufgrund der Frankenstärke im Euro-Raum erzielten Einkaufsvorteile in der Schweiz zu wenig weitergegeben wurden.

Der Bundesrat appelliert an die Schweizer Firmen, die Wechselkursgewinne an die Endverbraucher weiterzugeben.

Der Bundesrat analysiert die Lage laufend, auch zusammen mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Für den gestrigen Montag hatte Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann, Vorsteher des EVD, den von ihm präsidierten Wirtschaftsausschuß des Bundesrates einberufen.

An den Gesprächen haben die Ausschußmitglieder Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Vorsteherin des EFD, Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des UVEK, sowie der SNB teilgenommen.

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06.05.2017, 16:20
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